Flugplatzlauf 23.02.18 in Speyer

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Der gestrige Freitag ließ schon den Tag über vermuten, dass am Abend klirrende Kälte folgen würde. Die Sonnenstrahlen am Tag brachten sternenklaren Himmel zum Flugplatzlauf. Vielleicht hätte ich einen Rückzieher gemacht, wenn ich nicht allen Bekannten erzählt hätte, dass ich dort laufe, denn es war doch ganz schön frisch.

Die Anmeldung konnte im Zeitraum von 19:00 – 19:45 durchgeführt werden. Es ist herrlich wie entspannt die Organisation dieses Laufs ist. Man kommt in das Flughafengebäude und findet auf den Tischen die Anmeldezettel, auf denen man Namen, Verein, Laufstrecke ausfüllt und mit Datum und Unterschrift versieht. Der nächste Weg führt zur Anmeldung. Ich gebe meine 3 Euro Startgebühr und erhalte meine Nummer „317“. Die Zahl gefällt mir, nur ungerade Ziffern. Auf dem Weg zum Lauf erzählte ich Tom, dass das nun meine erste ernstgemeinte Wettkampfsituation seit 13 Jahren ist. Da war das Lampenfieber groß. Die Frauenläufe sind doch irgendwie immer locker und mehr für die Stimmung als das Ergebnis, zumindest geht es mir so.

Nach der Anmeldung dauert es noch 30 min bis zum Start. 15 min vor Start wurde die Strecke zum Einlaufen freigegeben. Und da war er, der Moment an dem ich zum allerersten Mal eine Flughafenrollbahn betrete. Ich lasse meinen Blick schweifen und finde den atemberaubenden Blick Richtung Speyer. Der Dom ist beleuchtet, gefühlt, zum Greifen nah, links daneben ist die Lufthansa aus dem Technikmuseum zu sehen. Das Bild ist aufgrund des Lichts etwas unscharf geworden, aber das Flair kommt dennoch rüber:

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Nach einem kleinen Lauf-ABC, das löst die Aufregung vorm Start (!), ging ich an die Startlinie und positionierte mich direkt an der Innenseite, um die Strecke auf jeden Fall gut zu erkennen, denn meine Stirnlampe hatte ich dann doch wieder ins Auto gebracht. Es ist wie es immer ist, wenn man mit Sportlern zusammen ist, man ist irgendwie eine Familie begrüßt sich und wünscht sich viel Spaß. Der Organisator stand noch vor dem Startfeld und erzählte noch eine wichtige Informationen. Er teilte uns mit dass der Start über den Tower kommen würde und ich dachte noch:

Was für eine Spitzenidee!

Kurz darauf ertönte ein Startschuß, dann noch mal 3, alle liefen, also ging es wohl los. Es war wohl aber ein kleiner Fehlstart und so nicht geplant. Trotzdem waren allen direkt losgerannt. Ich starte von hinten und halte diese Position generell sehr souverän. Die ersten 10 min bin ich noch gedrosselt gelaufen im Tempo, um einen guten „Schritt“ zu finden, dann gab ich noch etwas Tempo zu. Die anderen Läufer entfernten sich bereits deutlich von mir. Die Flugbahn gehörte mir allein und war nur für mich beleuchtet, ein großartiges Gefühl. Ich lief und lief und fühlte mich einfach nur wohl. Obwohl ich tatsächlich mit 92% Hfmax lief, fühlte ich mich als könnte ich Bäume ausreißen. Mein Atem ging ruhig und gleichmäßig, ich war so stolz den Start für ich so optimal gelaufen zu sein. Nach etwa 2,5 km überholten mich die ersten der zweiten Runde. Die beiden hatten einen tollen Schritt und sehr ruhigen Atem für das Tempo, dass sie liefen. Ich ging etwas mehr an den Rand, um die überholenden nicht zu behindern. Hinten laufen hat den Vorteil, die schnellen immer auch bei ihrem Lauf zu sehen. Kurz darauf kam die letzte Kurve, dafür geht es noch ein Stück gerade aus, die Streckenposten versprühten gute Laune und feuerten mit Herzblut an. Die letzte Kurve ist eine etwas längere Runde, sodass bei 3 Runden glatte 10 km erreicht werden können.

  1. Runde 3,4 km
  2. Runde 3,4 km + 3,3 km
  3. Runde 3,4 km + 6,6 km

Für mich ging es um die erste und heute einzige Runde. Kaum hatte ich diese letzte Kurve hinter mir konnte ich schon das Blinklicht des Zieleinlaufs sehen. Mittlerweile kamen immer mehr Läufer von hinten, deshalb hielt ich bald auf die linke Seite zu, weil dort der Zieleinlauf war und gerade aus die 3. Runde weiterging. Der Zieleinlauf wurde von Helfern eröffnet und es gab noch mal richtig viel Lob und Applaus von allen, mir war nach tanzen, also tanzte ich ins Ziel. Ein Schritt noch und es war geschafft. Im Ziel gab es direkt herzlichen Glückwunsch und man teilte mir eine Zeit von 29:17 mit. Ich bin noch niemals 3 km unter 30 min gelaufen geschweige denn 3,4 km. Ich fühlte mich als hätte ich den ersten Platz gemacht.

Im Ziel gab es Tee und Berliner, ich griff zu, biß herzhaft hinein und freute mich, dass ich nicht doch in letzter Minute einen Rückzieher gemacht habe. Leider mußte ich die Strecke zügig verlassen, da ich schnell begann zu frieren, als ich nicht mehr lief. Ich holte mir noch ein Schlückchen Tee und dann ging es zum Kleiderwechsel.

Das war das erste Mal, dass ich hier teilgenommen habe, aber ganz sicher nicht das letzte Mal! Wir sehen uns am 23.03. wieder!

Vielen Dank